Rockets drehen spektakuläres Derby mit einem 5:2 im letzten Drittel05.10.17
1. Mannschaft

05.10.17 1. Mannschaft
Rockets drehen spektakuläres Derby mit einem 5:2 im letzten Drittel
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Dieses Derby hatte alles, was ein packendes sportliches Duell braucht: Packende Zweikämpfe, viele Chancen und Tore auf beiden Seiten, dazu zwei lautstarke Fangruppen, einen dramatischen Spielverlauf und ein nicht mehr zu erwartendes Happy End für die Gastgeber. Die EG Diez-Limburg hat das Halbfinal-Hinspiel im Rheinland-Pfalz-Pokal mit 6:5 (1:2, 0:1, 5:2) gewonnen, was beiden Teams noch alle Chancen offen lässt für das Rückspiel am 31. Oktober in Neuwied.

Als die Rockets zum ersten Drittel das Eis betraten, wurde er noch in der Kabine behandelt: Joey Davies. Der Kanadier hatte sich beim Spiel in Neuwied leicht verletzt, sein Einsatz im Pokalspiel kurzfristig gecancelt. Man wollte kein Risiko eingehen mit Blick auf die nächsten Ligaspiele unter anderem am Freitag in Diez gegen Lauterbach. Neben Davies fehlten mit Florian Flemming, Dominik Hülskopf und Roman Löwing drei weitere Stammkräfte der Rockets. Stark: Bad Nauheim entsandte mit Janik Langer und Michael Martaller zwei Förderlizenzspieler, die sich nahtlos ins Team einfügten. Bei den Gästen fehlte verletzungsbedingt der letztjährige EGDL-Kapitän Marco Herbel.

Die Gäste aus Neuwied gingen schnell mit 2:0 in Führung, auch, weil die Bären nach dem 1:0 durch Dominik Kley (5.) eine doppelte Überzahlsituation durch Deion Müller zu nutzen wussten (7.). In einem ausgeglichenen ersten Drittel gelang Matt Fischer der Anschlusstreffer (13.), zu weiteren Treffern sollte es zunächst nicht reichen. Größtes Manko: das Powerplay. Selbst in doppelter Überzahl wollte zunächst nichts gelingen. Zudem kassierte man auch in diesem Spiel noch zu viele eigene Strafzeiten.

Ein Bild, dass sich auch im zweiten Drittel nahtlos fortsetzte. Die sich bietenden Chancen blieben ungenutzt, auf der Gegenseite traf Sven Schlicht in Überzahl kurz vor dem zweiten Pausentee zum 3:1. Die Partie schien entschieden, irgendwie drohte das Spiel an den Rockets vorbeizulaufen.

Doch die Mannschaft zeigte Charakter und eine starke Energieleistung im letzten Abschnitt. Plötzlich klappte es auch mit dem Toreschießen: Dustin Bauscher (49.) und Matt Fischer (52.) glichen zum 3:3 aus. Doch gefährliche Bären setzten mit ihrem starken US-Boy den nächsten Akzent: Michael Jamieson eilte in Unterzahl den Raketen davon, die ihn nur noch mit einem Foul stoppen konnte. Den fälligen Penalty verwandelte der Stürmer zur erneuten Führung (52.).

Doch die EGDL glaubte weiter, angefeuert von der lautstarken Kulisse, an die Wende im Spiel. Und die sollte tatsächlich gelingen: Marc Hemmerich (53.), Pierre Wex (56.) und Julian Grund (58.) schossen eine 6:4-Führung heraus. Die Gastgeber hatten sich regelrecht in einen kleinen Rausch gespielt. Den Sieg ließen sich die Rockets auch nach dem 5:6-Anschlusstreffer der Bären durch Andreas Wichterich (60.) nicht mehr nehmen.

„Ich denke, wir haben ein ganz gutes Eishockeyspiel gesehen“, sagte Neuwieds Trainer Jens Hergt. „Wir haben das Spiel im großen und ganzen im Griff gehabt, hatten im letzten Drittel die Chance auf das 4:1. Steve Themm macht da eine riesen Parade und ich denke, das hat noch einmal einen Ruck für Diez-Limburg gegeben. Wir haben das Spiel dann in Unterzahl hergeschenkt, weil der eine oder andere meinte seine Privatfehde austragen zu müssen oder weil er meinte, er müsste was besonderes machen. Aber letztendlich haben wir eine gute Ausgangslage für das Rückspiel.“

„Mit den ersten 25 Minuten war ich nicht wirklich einverstanden“, sagte EGDL-Trainer Arno Lörsch. „Da haben wir nicht das gespielt, was wir uns vorgenommen haben und haben auch zu viele Strafen kassiert. Genau in unserer Drangphase macht Neuwied dann das 3:1 und viele dachten, dass das Spiel schon gelaufen sei. Aber im letzten Drittel haben wir dann eine ganz andere Diezer Mannschaft gesehen“, umschreibt der EGDL-Trainer das 5:2 im letzten Abschnitt. „Wir haben gesehen, dass Vieles möglich ist. Großes Lob an die Mannschaft und an die beiden Förderlizenzspieler aus Bad Nauheim, die super gespielt haben. Wir haben wieder einen kleinen Schritt gemacht. Der Sieg ist ein toller moralischer Erfolg für unsere Mannschaft.“

Bei aller Faszination auf dem Eis und auf den Rängen gab es Vorfälle, die rund um das Derby geschehen sind und die nur im gemeinsamen Dialog gelöst werden können. Beide Vereine werden sich hierzu unter der Leitung eines Verbandsvertreters als Mediator noch vor dem nächsten Derby an einen Tisch setzen und die Geschehnisse gemeinsam aufarbeiten.

Diez-Limburg: Themm (Schönfelder) – Schophuis, Ansink, Kärkäs, Stroeks, Krämer – Langer, Niestroj, Fischer, Firsanov, Wex, Bauscher, Mainzer, Kail, Hemmerich, Grund, Martaller, Maier.
Schiedsrichter: Jan Breckenfelder.
Zuschauer: 586.
Tore: 0:1 Dominik Kley (5.), 0:2 Deion Müller (7., +2). 1:2 Matt Fischer (13.), 1:3 Sven Schlicht (39., +1), 2:3 Dustin Bauscher (49.), 3:3 Matt Fischer (52., +1), 3:4 Michael Jamieson (52., Penalty), 4:4 Marc Hemmerich (53., +1), 5:4 Pierre Wex (56.), 6:4 Julian Grund (58., +1), 6:5 Andreas Wichterich (60., +1).
Strafminuten: Diez-Limburg: 22 + 10 Firsanov – Neuwied: 24 + 10 S. Schlicht.

Der Ausblick
Freitag, 6. Oktober, 20.30 Uhr: EGDL - Luchse Lauterbach
Sonntag, 8. Oktober, 18 Uhr: Ratinger Ice Aliens - EGDL

(EGDL)