In Kassel ausgebildet, jetzt zur EGDL: Roman Löwing verstärkt die Rockets02.06.17
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02.06.17 1. Mannschaft
In Kassel ausgebildet, jetzt zur EGDL: Roman Löwing verstärkt die Rockets
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Der Vater hat es bereits getan, und der Bruder tut es noch heute. Da lag es auf der Hand, dass auch er sich dem Eishockeysport widmen würde: Als Roman Löwing mit zehn Jahren für die U14 der Kassel Huskies debütierte, zumindest ist das der erste Eintrag in der Eishockey-Datenbank Rodi-DB, da lief sein Bruder Petr Macholda im gleichen Jahr bei der Euro Hockey Challenge für die deutsche Nationalmannschaft auf. Der heute 35-jährige ehemalige DEL-Spieler ist seit Jahren eine feste Größe bei den Dresdner Eislöwen (DEL2). Petr und Roman haben ihr Talent von Vater Vladimir Macholda in die Wiege gelegt bekommen - der Tscheche spielte unter anderem in der ersten russischen Liga und in der 1. und 2. Liga in Deutschland. Auch Roman Löwing strebt nach Höherem, aber Schritt für Schritt: Für sein zweites Seniorenjahr schließt sich der Verteidiger der EG Diez-Limburg an.

Knapp 18 Jahre im Nachwuchs der Kassel Huskies - in seiner Heimatstadt hat Roman Löwing all das gelernt, was du heutzutage brauchst, um ein richtig guter Eishockeyspieler zu werden. Schon mit zwei Jahren stand er das erste Mal mit Kufen auf dem Eis. "Es war früh klar, dass auch ich wie mein Bruder und mein Vater Eishockey spielen würde." Die ersten Jahre rein als Verteidiger eingesetzt spielt Roman seit der Saison 2010/11 nur zu gerne beide Wege. "Ich kann hinten und vorne spielen", sagt Löwing. Und sein Trainer freut sich: "Einen jungen Spieler, den du derart flexibel in Sturm und Verteidigung einsetzen kannst, kann man sich nur im Team wünschen", sagt EGDL-Coach Arno Lörsch.

Löwing hat in der vergangenen Saison bei den Luchsen in Lauterbach sein erstes Seniorenjahr absolviert. "Ich hatte viele positive Dinge von Arno Lörsch gehört und deshalb im vergangenen Sommer das Gespräch mit ihm gesucht", erinnert sich der junge Verteidiger. "Wir waren sofort auf einer Wellenlänge. Und wir hassen es beide, ein Spiel zu verlieren. Lauterbach war für mich eine wichtige und wertvolle Station."

"Wir hatten ihn damals als Perspektivspieler verpflichtet", erinnert sich Lörsch. "Ein junger Mann, dem wir eine Chance geben wollten. Und die hat er mehr als genutzt. Er war die ganze Saison über ein zuverlässiger und sehr engagierter Spieler. Sein Spiel ist nicht spektakulär, aber zielführend. Man sieht ihm seine tolle Ausbildung, die er in Kassel genossen hat, auf dem Eis deutlich an. Läuferisch und stocktechnisch richtig gut, dazu ein unheimlich reflektierter Typ."

Nach der Saison verloren sich Trainer und Spieler zunächst aus den Augen. Doch nach der Verpflichtung von Steve Themm, der wie Löwing aus Kassel stammt, klingelte erneut bei Lörsch das Telefon. "Roman klopfte an und sagte mir, dass er sich gerne umorientieren möchte", erinnert sich der Rockets-Trainer. Löwing, der im Juni seine Ausbildung abschließen wird, hatte sich vor allem beruflich umentschieden - das machte den Wechsel nach Diez-Limburg überhaupt erst möglich. "Ich werde ein Studium der Wirtschaftspädagogik in Kassel beginnen und bin dadurch flexibler als noch in der Vorsaison", sagt Löwing, der gut mit Themm befreundet ist.

Bei den Rockets möchte der Zwei-Wege-Spieler nun seine sportliche Entwicklung vorantreiben. "Lauterbach war schon eine tolle Erfahrung. Das Spielsystem war mit dem in der Jugend überhaupt nicht mehr zu vergleichen. Ich habe unheimlich viel dazugelernt und möchte jetzt mit Diez-Limburg noch mehr erreichen als mit den Luchsen in der Vorsaison. Das Halbfinale darf schon das Ziel sein." Dass Löwing seinen Teil zum Teamerfolg beisteuern kann, davon ist der Trainer überzeugt: "Roman ist unheimlich stark im Eins-gegen-Eins, es gibt aber in manchen Bereichen auch noch Entwicklungspotenzial. Seine Verpflichtung war so gar nicht geplant, aber sie kommt uns natürlich bei einem Spieler seiner Qualität sehr entgegen."

(EGDL)